Risikozuschlag entfernen – wie gehe ich vor?
Wenn Sie privat krankenversichert sind und bei Ihrer Antragstellung ein Risikozuschlag vereinbart
wurde aufgrund Ihres damaligen Gesundheitszustands (status präsens), so haben Sie als
Bestandskunde nach einer gewissen Zeit (meist 2-3Jahre mindestens) bei Wegfall der
gefahrerhöhenden Umstände das Recht, dass der Risikozuschlag in angemessener Weise reduziert
oder ganz entfernt wird.
Grundlage hierfür bilden die §41a VVG a. F. sowie der §41VVG (n.F.).
Hier heißt es
Ist wegen bestimmter Gefahr erhöhender Umstände eine höhere Prämie vereinbart und sind diese Umstände
nach Antragstellung des Versicherungsnehmers oder nach Vertragsschluss weggefallen oder bedeutungslos
geworden, kann der Versicherungsnehmer verlangen, dass die Prämie ab Zugang des Verlangens beim
Versicherer angemessen herabgesetzt wird. Dies gilt auch, wenn die Bemessung der höheren Prämie durch
unrichtige, auf einem Irrtum des Versicherungsnehmers beruhende Angaben über einen solchen Umstand
veranlasst worden ist.
Um ihre Erfolgsaussichten realistisch einzuschätzen, ist es absolut notwendig zu wissen, was bei
Antragstellung zur Prämienerhöhung geführt hat. Entweder haben Sie noch die relevanten
Antragsfragen parat. Oder Sie fragen direkt beim Versicherer nach.
Schritt 1
Schreiben an Versicherer:
Grußformel,
bitte nennen Sie mir die Gründe, die zu einem Risikozuschlag in meinem privaten
Krankheitskostenvollversicherungsvertrag geführt haben.
Schritt 2
Wenn Sie denken, dass keine Krankheiten mehr bestehen, die bei Antragstellung zu dem RZ geführt
haben, so lassen Sie sich die Ausheilung von einem Arzt bestätigen. Diese senden Sie sofort dem
Versicherer und folgen Schritt 3, sofern der Anbieter Ihrer Forderung nicht nachkommt
Schritt 3
Sie lassen auf eigene Kosten ein Gutachten erstellen, dass Ihnen die Ausheilung bestätigt. Ein
Gutachten ist schon die Vorstufe zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung.
Schritt 4
Die ultima ratio ist die Einschaltung eines Fachanwaltes für Versicherungsrecht. Sollten Sie hier
erfolgreich sein (evtl. schon im Vorfeld) und dies auch ohne Gerichtstermin, so empfiehlt es sich mit
einem Spezialisten nach Reduzierung des RZ und Ausstellung des neuen Versicherungsscheines den
§204 VVG zur Anwendung zu bringen, sofern Sie schon lange Zeit bei Ihrem Anbieter versichert sind
(Reduzierung der Prämie aufgrund Anrechnung von Alterungsrückstellungen).

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